Piraten am Wind

 

Käpt'n, habt acht, Segler voraus.

schrie der Mann im Ausguck heiser heraus,

Käpt'n träumt schon verträumt von fetter Beute,

aus den Kojen heraus jagt er seine Leute,

an die Kanonen, schnell seit geschwind,

Steuermann, halte er sie ganz hart am Wind.

 

Käpt'n sieht eine englische Brigg voraus,

da plötzlich wirft ein Matrose den Anker aus,

Käpt'n schwangt stark und kann es nicht fassen,

Steuermann muss fluchend Steuerrad loslassen,

es wendet das Schiff, der Anker der spannt,

ein Matrose wirbelt gegen die Kajütenwand.

 

Käpt'n, Käpt'n, ein lautes Geschrei,

unsern ersten Maat frisst gerade ein Hai,

ein Matrose stürzt aus den Wanten herab,

verfehlt hat er den Laderaum nur knapp,

Er fällt an Deck auf den Kopf, der ziemlich zermatscht,

das Meer nun sehr über die Bordwand platscht.

 

Käpt'n stürmt, in hastigem Lauf,

nimmt sogars über Bord gehn in Kauf,

Den Säbel heraus, das Seil zerschnitten,

da ist der Anker in die Tiefe geglitten,

wer ihn auswarf, den Anker, wurde niemals geklärt,

was solls auch, zu spät, es war in jeden Fall verkehrt.

 

(c) 2015 John McLane