Mein Engel

Das erste was ich von dir sah, war deine kleine Hand,
und ein Daumen, klein, so zart, der sich um meinen wand,
als ich das Handtuch hob, mein Atem mir schwand,
so sehr war ich von deinem Anblick gebannt,
deine braunen Augen schauten mich zum ersten Mal an,
und ein Band, wie es schöner nicht sein kann, begann.

Dich wickeln, dich füttern, dich in den Schlaf zu wiegen,
dir Lieder zu singen, bis die kleinen Lippen schwiegen,
dir zuzusehen, wie du krabbelnd entdecktest,
dich wieder zu finden, wenn du dich verstecktest,
dir Bilder in kleinen Büchern zu zeigen,
sie anzuschauen und gemeinsam zu schweigen.

Dann kam ein Tag, den vergesse ich nie,
vor dem Sofa hocktest du auf einem Knie,
du richtetest dich auf und liefst einfach los,
das mit anzusehen, war einfach famos,
von da an bist du alleine gelaufen,
egal wohin, auch mal mit mir einkaufen.

Wie oft haben wir auf den Knien gelegen,
und haben gespielt, auch mal Mantel und Degen,
wir haben geknuddelt und sehr viel gelacht,
und wenn du krank warst hab ich an deinem Bette gewacht,
was bist du ein Wunder, ein wandelnder Traum,
ein Engel im Wesen, mein Sohn, glaube es kaum.

 

(c) 2015 John McLane