Der traurige Ritter


Im sanften Licht des Mondes betrachtet,
so, wie Ritter Kunibert es erachtet,
wirkt dunkel drohend Burg Kunistein,
wo Ritter Kunibert wohnt, ganz allein,
er wünscht in seinen geheimsten Gedanken,
das er brächte ein Frauenherz zum Wanken.


Die Dienerschaft er um sich hat,
doch die allein macht Herz nicht satt,
und von der holden Gwendoline,
spricht heute nicht mehr eine Biene,
denn Gwendoline, die Gemeine,
die ließ den armen Kunibert alleine.


Mit einem Ritter aus fremden Land,
verschwand sie einfach Hand in Hand,
und Kunibert, traurig und sehr verletzt,
fühlte sich nicht zu Unrecht sehr versetzt,
die Tränchen flossen, der Wein war zu viel,
doch Ritter Kunibert der wahrte Stil.


Nicht ein Wort verlor er am nächsten Tage,
doch verzieh er nie, gar keine Frage.
Die Tage flossen öd und lang, Tristesse pur,
Ritter Kunibert schaute auf seine Lebensuhr,
vorm Spiegel stand er oft und nickte,
wenn er seine stattliche Gestalt erblickte.


Da eines Tags die Kunde kam,
ein Drache eine Jungfrau nahm,
Ritter Kunibert, dem das nicht gefiel,
rief : "Den rotte ich aus mit Stumpf und Stil",
Der Knappe brachte die Rüstung in Eile,
und auch der Stallknecht brauchte eine Weile.


So gut bestückt mit Rüstung und Ross,
führte Ritter Kunibert seinen Tross,
hoch in die Berge zu des Drachens Hort,
verhöhnte den Drachen mit so manchem Wort,
und im Kampfe Drache gegen Mann,
siegte Kunibert, so gut wie man kann.


Der Drache, das Schwert im Leibe tot,
die Jungfrau befreit aus höchster Not,
durch seine Burg zufrieden schritt der Ritter,
begleitet von Musikern auf der Zitter,
und Brunhilde ihm strahlend das Händchen hielt,
kein Drache mehr nach ihr, der Jungfrau schielt.


Im sanften Licht des Mondes betrachtet,
so, wie Ritter Kunibert es erachtet,
wirkt hell und strahlend Burg Kunistein,
wo Ritter Kunibert wohnt, nun zu zwei'n,
er hat Brunhilde, die bei ihm ist,
und die Einsamkeit er nicht vermisst.


Und die Moral von der Geschichte,
die liest man oft in dem Gedichte,
verzweifle nicht und hoffe immer,
denn ohne Hoffnung ist es schlimmer,
und merke, verpass die Chance nicht,
wenn von irgendwo kommt, ein kleines Licht...


(c) 2015 John McLane