Brief an Gott von 845 n.Chr.

 

Haupthaus voll bis oben hin,

Suppe kocht die Wikingerin,

rührt sie über flackernden Flammen,

gegessen wird nachher zusammen,

neben ihr am Fenster steht ihr Kind,

schaut hinaus, bestaunt den Wind.

 

Draußen steht ein Wikinger an Land,

beobachtet wie Wellen schlagen an den Strand,

wie weiße Gischt schäumend spritzt,

hell erleuchtet von einem mächtigen Blitz,

schnell duckt er sich, der tapfere Streiter,

läuft zum Haus, voll Panik schreit er.

 

Wolkenberge türmen sich, dunkel, drohend, unheimlich,

die vielen Menschen im Haupthaus zittern fürchterlich,

flüstern: lieber Odin, sei uns nicht bös,

da knallt plötzlich Donner mit Getös,

Thor und Odin sind wohl sauer,

denn das Gewitter ist von Dauer,

eilig ihr Führer in die Kammer läuft,

wo sich Brot und Fleisch anhäuft.

 

Ein Reh dass frisch geschlachtet hängt,

er eilig durch die Tür reinzwängt,

auf den Boden fliegt das arme Tier,

rundherum sich setzen vier,

beten laut und murmeln leise,

immer rund herum im Kreise.

 

Stille macht sich plötzlich breit,

wird auch wirklich einmal Zeit,

atmen auf die armen Leute,

die Götter sind besänftigt für heute,

der Brief an Odin war nur ein Gedanke,

was ich so alleine Peter Naujoks verdanke.

 

(c) 2015 John McLane