Wunschtraum

 

Der Tag ist rum, Arbeit ist geschafft,

hat gekostet wie immer sie all ihre Kraft,

allein in der Wohnung, stumm allein gegessen,

wie eine Marionette allein vorm Fernseher gesessen,

geduscht, ins Bett und sich zugedeckt,

eingeschlafen, da hat sie den Traum entdeckt.

 

Über samtene Haut lässt er die Finger gleiten,

strahlende Augen beglückt sich weiten,

genießerisch, zitterig, wohlig, sanft streicheln,

zum Ziel, höchste Wonne zu erreichen,

der Körper biegt sich, wohlig fühlen,

ihre Finger fordernd in Haaren wühlen.

 

Sie streckt sich, reckt sich, fühlt ihn liebkosen,

sie drehend, wendend in verführerisch Posen,

Berührungen, so zart und weich,

sanft klingender Melodie so gleich,

ein ganzes Orchester in ihr erklingt,

so dass Seele verzückt im Takte schwingt.

 

Der Traum umfängt sie, lässt sie wühlen,

Decke verrutscht, ihr Körper kann kühlen,

doch innen drin bleibt sie entzückt,

der Traum hat sie der Wirklichkeit entrückt,

hat enthüllt ihren heimlichen, sehnenden Traum,

dass er sich erfüllt, daran glaubt sie kaum.

 

(c) 2015 John McLane